Bundesliga Herren 
Gallier bei Niederlage mit einer starken Lesitung
Bildquelle Handball.BO.De

Wie nicht anders zu erwarten, hat der SC Magdeburg am Donnerstagabend gegen den HBW Balingen-Weilstetten den Meistertitel unter Dach und Fach gebracht. Die Gäste leisteten beim 26:31 aber heftig Widerstand.

Entgegen allen Prognosen und Vorhersagen musste der SC Magdeburg bis in die Schlussphase alles investieren und um jeden Zentimeter Boden kämpfen, bis der 31:26 (15:15)-Erfolg in trockenen Tüchern war. 50 Minuten waren die Gallier auf Augenhöhe und haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie den Kampf um den Klassenerhalt noch längst nicht aufgegeben haben.

Nach den verlorenen Endspielen im DHB-Pokal und der EHF European League wollte Magdeburg als souveräner Tabellenführer die Meisterschaft 2021/22 so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen. In der ausverkauften GETEC-Arena hatte der haushohe Favorit gegen den HBW aber deutlich mehr Probleme als ihm lieb war. Die Balinger, die neben den Langzeitverletzten Lukas Saueressig und Marcel Niemeyer kurzfristig auch noch auf Kapitän Jona Schoch, Moritz Strosack, Tobias Heinzelmann und Gregor Thomann verzichten mussten, spielten von Anfang an recht unbekümmert und mit viel Mut zum Risiko. Neben den arrivierten Kräften standen mit Tim Hildenbrand auf Rechtsaußen und Elias Huber auf der Königsposition im linken Rückraum zwei Youngster aus dem Balinger Nachwuchskader, die sechzig Minuten ein großartiges Spiel ablieferten. Chef-Trainer Jens Bürkle ließ aber nicht nur die zwei Youngster auflaufen, er ließ seine Mannschaft in der Offensive von Anfang an mit Sieben-gegen-Sechs spielen.

Nach der 1:0-Führung der Gallier gelang den Hausherren ein 3:0-Lauf und man hatte nach nur wenigen Minuten das Gefühl, für die Fans auf der Tribüne ist die Entscheidung bereits gefallen. Sie hatten die Rechnung aber ohne die aufmüpfigen Gallier gemacht. Die erwiesen sich mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr als Stimmungskiller. Sie egalisierten nicht nur den Zwei-Tore-Rückstand wieder, sie gingen in der zwölften Spielminute selber mit 4:3 in Führung. In Überzahl holte sich Magdeburg diese zwar wieder zurück, konnte sie aber nicht ausbauen. Bis zum 14:13 in der 25. Minute war es ein Spiel auf Augenhöhe in dem der SCM immer wieder von Zeitstrafen gegen den HBW profitierte.

Nach der ersten Auszeit von HBW-Trainer Jens Bürkle brachten seine Jungs das Kunststück fertig, die euphorische GETEC-Arena vorübergehend ruhig zu stellen. Per Strafwurf glichen die Gallier nicht nur den Rückstand aus, sie gingen nach einer Parade von Torhüter Mario Ruminsky durch Spielmacher Björn Zintel erneut mit 15:14 in Führung. Mit einem Gleichstand von 15:15 ging es schließlich in die Kabinen. Wer geglaubt hat, dass die Hausherren das Spiel im zweiten Durchgang souveräner gestalten können, wurde durch die Gallier ganz schnell eines Besseren belehrt.

Die Hausherren konnten zwar wieder mal eine Überzahl nutzen und aus dem Gleichstand eine 18:16-Führung machen, aber die ersatzgeschwächten Gallier ließen sich weiterhin nicht abschütteln. Beim 20:20 in der 40. Minute war wieder alles offen und nicht nur HBW-Coach Jens Bürkle fragte sich nach dem Spiel, was wohl passiert wäre, wenn seine Jungs erneut in Führung gegangen wären. Nach dem 24:24 in der 50. Minute hatten sie tatsächlich die Chance dazu. Torhüter Simon Sejr, der zwischenzeitlich für Mario Ruminsky zwischen den Pfosten stand, konnte einen Strafwurf parieren, aber im schnellen Gegenzug erwies sich der Ex-Balinger Mike Jensen im Tor der Magdeburger als Spielverderber für die Gallier. Er ließ sich von dem jungen Tim Hildenbrand nicht überlisten und im Gegenzug ging der SCM erneut in Führung.

Die Parade von