Bundesliga Herren 
Gallier verabschieden sich mit einer Niederlage
Bildquelle Handball.BO.De

Im letzten Bundesligaspiel verlor der HBW Balingen-Weilstetten beim HC Erlangen mit 26:33 (14:17). Der bereits seit Donnerstag feststehende Abstieg hat bei den Schwaben deutliche Spuren hinterlassen.

Die Vorbereitung auf das letzte Saisonspiel beim HC Erlangen war nicht ganz einfach. Alle hatten sich erhofft, dass die Frage nach dem zweiten Absteiger erst am letzten Spieltag entschieden wird und so waren die Spieler von Chef-Trainer Jens Bürkle in den Trainingseinheiten nach dem besiegelten Abstieg ziemlich niedergeschlagen. Jedem einzelnen fiel es schwer, sich nochmals richtig reinzuhängen. Dennoch hatten sich die Gallier bei der Abfahrt in Balingen am frühen Sonntagvormittag vorgenommen, den zahlreichen Fans, die sie nach Nürnberg begleitet haben, noch einmal ein tolles Handballspiel zu zeigen. Jona Schoch und Co wollten an die tollen Leistungen der letzten zwei Spiele anknüpfen.

Das Vorhaben hat zu Beginn der ersten dreißig Minuten allerdings nicht so funktioniert, wie es sich Chef-Coach Jens Bürkle vorgestellt hatte. Vladan Lipovina verpasste es per Strafwurf die Gallier in Führung zu bringen und in der Folge zeigten die Hausherren, dass sie ihr letztes Heimspiel unbedingt gewinnen wollten. Vom 5:5 in der elften Spielminute setzten sie sich über das 8:5 (14. Min.) bis auf 10:6 in der 15. Minute ab. Bei den Galliern war die Müdigkeit und die fehlende Konzentration mehr als deutlich und Chef-Coach Jens Bürkle sah sich zum Handeln gezwungen.

Mit Umstellungen und aufmunternden Worten versuchte er in einer Auszeit seine Jungs noch einmal wach zu rütteln und hatte, wenn auch mit etwas Verzögerung, scheinbar die richtigen Worte gefunden. Nach einem 4:0-Lauf der Gallier sah sich nämlich der Erlanger Trainer beim Stande von 12:11 gezwungen seinerseits mit einer Auszeit zu reagieren und auch er hatte Erfolg. Seine Mannschaft fand den Spielfaden wieder und so ging der HCE mit einer 17:14-Führung in die Kabine.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Hausherren präsenter auf der Platte und zogen bis 21:15 davon. Wieder sah sich Bürkle zu einer Auszeit gezwungen und dieses Mal versuchte er sein Jungs emotional abzuholen. Er forderte für die letzten 20 Bundesliga-Minuten mehr Power und mehr Emotionen und erneut konnte er die Gallier damit nochmals aufrütteln. Vor allem James Scott spielte jetzt wie aufgedreht und dank seiner Treffer wurde ein Sieben-Tore-Vorsprung (25:18) bis auf 25:22 eingedampft.

Zwei technische Fehler nutzte Erlangen zum 27:22 und was danach folgte waren die unrühmlichen Höhepunkte in einem Spiel, in dem es eigentlich um nichts mehr ging. Erst wurde ein Foul an James Scott nicht gepfiffen und im Gegenzug ließen die beiden Unparteiischen dann ein Stürmerfoul laufen das zum 28:22 führte. Kurz darauf wurde HBW-Kapitän Jona Schoch mit einem Schlag ins Gesicht niedergestreckt, und als sich nach einer ganz dummen Aktion auch noch Oddur Grétarsson minutenlang schmerzverzerrt auf dem Boden wälzte und behandelt werden musste, war bei den Galliern deutlich zu sehen und zu spüren, dass jeder Einzelne nur noch den Schlusspfiff herbeigesehnt hat.

HC Erlangen: Kim Sonne-Hansen, Klemen Ferlin (TW); Stephan Seitz 2, Max Jaeger, Petter Overby 3, Tarek Marschall 1, Benedikt Kellner, Nico Büdel 4, Christopher Bissel 1, Antonio Metzner 2, Nikolai Link 1, Simon Jeppsson 3, Christoph Steinert 7/5, Patrik Leban, Hampus Olsson 5, Tim Zechel 4;

HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky 1, Simon Sejr (TW); Elias Fügel 4, Vladan Lipovina 1/1, Tim Hildenbrand, Daniel Ingason 1, Tim Nothdurft, Fabian Wiederstein 2, Oddur Grétarsson 5/5, Uros Todorovic 2, Kristian Beciri 1, Jona Schoch, Björn Zintel 1, James Scott 5, Till Wente 1, Patrick Volz 2;