Bundesliga Herren 
Wichtige Punkte im Schwaben-Derby für die Gallier
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Nach 13 sieglosen Spielen erkämpfte sich der HBW Balingen-Weilstetten zwei ganz wichtige Punkte bei FA Göppingen. Mit dem 27:28 (18:16)-Erfolg haben sich die Jungs von Jens Bürkle für eine harte Trainingswoche belohnt und die ,,Rote Laterne" an TuS N-Lübbecke abgegeben.

Nach dem Schwaben-Derby ist allerdings vor dem Schwaben-Derby, denn bereits am kommenden Donnerstag treffen die Gallier in der Balinger SparkassenArena auf den TVB Stuttgart.

Die Vorgaben vor dem Auswärtsspiel bei FrischAuf Göppingen waren im Vorfeld klar. „Für den Rest der Saison erwarte ich, dass wir wieder mit einer Mentalität auftreten, wie wir es von der Mannschaft gewohnt sind“, formulierte HBW-Trainer Jens Bürkle nach den zuletzt weniger überzeugenden Auftritten seiner Jungs. Die zahlreich mitgereisten Fans konnten vom Anpfiff weg beobachten, dass sich die Balinger einiges vorgenommen hatten. Schnell legten sie ein 2:0 vor, aber nach dem 3:1 von James Scott waren auch die Göppinger im Spiel. Wie schon nach dem 2:0 beantworteten sie das 3:1 mit einem schnellen Gegenangriff und das wurde in den nächsten Minuten das größte Problem der Gallier. Der Rückzug funktionierte nicht und nach einem 4:0-Lauf hatten die Göppinger das Spiel nicht nur gedreht, sondern auch unter Kontrolle.

Nach dem 10:7 für die Hausherren reagierte HBW-Coach Jens Bürkle mit seiner ersten Auszeit. Während er mit der Angriffsleistung grundsätzlich noch zufrieden war, gefiel ihm der Rückzug überhaupt nicht. Von zehn Gegentoren hatte seine Mannschaft sieben kassiert, weil sie nicht schnell genug vom gegnerischen an den eigenen Kreis zurückgekommen sind. Dieses Manko wurde danach zwar etwas besser, aber so richtig funktionierte es noch nicht. Bis kurz vor der Halbzeitpause führte Göppingen immer mit drei oder vier Treffern. Im Gegensatz zu den letzten Spielen ließen sich die Gallier aber im Schwaben-Derby nicht abhängen und verkürzen bis zum Pausenpfiff auf 18:16.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verzettelten sich die Gallier zunächst immer wieder im Angriff. Die Hausherren zwangen die Balinger mit einer aggressiven Abwehr in technische Fehler und gingen dann mit hohem Tempo in den Angriff. Beim 20:16 schien alles auf den nächsten Derby-Sieg der Göppinger hinauszulaufen und HBW-Coach Bürkle zog nach nur vier Minuten im zweiten Durchgang die Notbremse in Form seiner zweiten Auszeit. In der Folge verhinderte dann HBW-Keeper Mario Ruminsky das 21:16, in dem er den nächsten Tempogegenstoß der Göppinger mit einer Glanztat parierte und im Gegenzug verkürzte Vladan Lipovina per Strafstoß auf 20:17. Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht so aussah, aber die Parade und der Gegentreffer waren der Bruch im Göppinger Spiel.

Nach einer weiteren Glanztat von Ruminsky verkürzte Tim Nothdurft nur drei Minuten später auf 20:19 und jetzt war es am Göppinger Coach eine Auszeit zu nehmen. Die schien seine Mannschaft aber mehr zu verunsichern als sie half. In Unterzahl verloren sie postwendend den Ball und Gregor Thomann traf vom eigenen Wurfkreis ins leere Göppinger Tor. Spätestens jetzt bekamen die Zuschauer das erwartete, heiß umkämpfte Schwaben-Derby zu sehen. Dass es nicht schon viel früher in Richtung der Gallier kippte, lag daran, dass die Hausherren in Überzahl gleich drei Mal in Folge mit Fortuna im Bunde standen. Erst flog Kristian Beciri, als er den Ball gerade erkämpft hatte, über die Füße eines am Boden liegenden Göppingers und nur Sekunden später landeten gleich zwei Abpraller hintereinander nach Ruminsky-Paraden wieder in den Händen der Göppinger.

Mitte der zweiten Hälfte war es dann aber so weit. Vladan Lipovina erzielte per Strafwurf den 23:23-Ausgleich. Die Hausherren wurden von Minute zu Minute nervöser. Daran änderte auch die dritte und letzte Auszeit des Göppinger Trainers nichts. Immer wieder stand jetzt Balingens Torhüter Mario Ruminsky im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einer eher unglücklichen ersten Halbzeit hatte er im zweiten Durchgang das so wichtige Torhüterduell ganz klar für den HBW entschieden. In der 56. Minute tankte sich Spielmacher Björn Zintel durch die Göppinger Abwehr und konnte nur noch strafwurfreif am erfolgreichen Torwurf gehindert werde. Den verwandelte Lipovina nervenstark zur 27:26-Führung für die Gallier und plötzlich hörte man in der ausverkauften EWS-Arena nur noch HBW-Fans. Sie machten aus der Göppinger „Hölle-Süd“ eine Balinger „Hölle-Süd“. Angefeuert von den Rängen ließen sich die Gallier die Punkte nicht mehr nehmen und Vladan Lipovina machte in der 58. Spielminute mit seinem achten Treffer zum 26:28 den Deckel auf das Derby.

FrischAuf Göppingen: Daniel Rebmann, Urh Kastelic (TW); Oskar Neudeck, Janus Dadi Smarason, Tim Kneule 1, Jon Lindenchrone Andersen 6, Josip Sarac 2, Jacob Bagersted 2, Tobias Ellebaek 2, Marcel Schiller 6/1, Axel Goller, Kevin Maageroe Gulliksen 4, Till Hermann 1, Nemanja Zelenovic, Kresimir Kozina 3;

HBW Balingen-Weilstetten: Simon Sejr, Mario Ruminsky (TW); Vladan Lipovina 8/5, Gregor Thomann 2, Daniel Ingason 1, Tim Nothdurft 2, Uros Todorovic 1, Kristian Be?iri 3, Till Wente, Jona Schoch 1, Björn Zintel 3, James Scott 4, Lukas Saueressig 2, Patrick Volz, Tobias Heinzelmann, Moritz Strosack 1;