Maxime Duchene (r.) ,,spielt mit den Werfern", damit sie dahin werfen, wo der Willstätter Torhüter schon steht. Häufig funktioniert's. Bildquelle: Michael Wendling
Maxime Duchene: ,,Ich lese das Spiel"
3. Liga Herren Abstiegsrunde Gruppe 7

Der 29 Jahre alte Torwart Maxime Duchene aus dem Elsass hat großen Anteil am Klassenerhalt der Drittliga-Handballer des TV Willstätt. Torwart-Legende Lawrow als Lehrmeister.

Dass die Handballer des TV Willstätt vor 14 Tagen am letzten Spieltag einer schwierigen Saison den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft haben, war auch ein großer Verdienst ihres Torhüters Maxime Duchene. Der Ende Mai 30 Jahre alt gewordene Elsässer, der vor der Runde vom französischen Zweitligisten SEHB (Strasbourg Eurometropole Handball - früher ESSAHB, Eurometropole Strasbourg Schiltigheim Alsace Handball) gekommen war, hat sich schnell zur Nummer eins gemausert und im Saisonschnitt rund 40 Prozent der Bälle auf sein Tor gehalten. ,,Das ist eine Wahnsinns-Quote. Maxime ist einer der besten Torhüter der Liga", lobt Willstätts Trainer Ole Andersen seinen Toreverhinderer, der in Selestat geboren wurde und in Bischheim bei Schiltigheim lebt. Über seinen Freund, Willstätts Rechtsaußen Regis Matzinger, kam er im Vorjahr ins Hanauerland.

"Nur" 1,80 Meter groß

Dabei ist Maxime Duchene für einen Torwart eher unscheinbar, kein Zwei-Meter-Klotz, der den Kasten komplett dichtmacht. Der Elsässer ist nur 1,80 Meter groß und wirkt mit seinen 105 Kilogramm Gewicht eher gedrungen. ,,Ich weiß, dass ich nicht groß bin. Deshalb muss ich das Spiel lesen und mit den Werfern spielen. Ich muss klug sein, spekulieren und antizipieren", erklärt Maxime Duchene sein Erfolgsrezept, das beinhaltet, dass er schon vorher in der richtigen Ecke ist, in die der Ball kommt.
,,Maxime ist ein Torhüter, der sehr viel mitdenkt. Er arbeitet extrem viel mit dem Körper - nicht mit den Armen und Beinen", erklärt Ole Andersen und ergänzt: ,,Außerdem ruht er in sich selbst."

Zudem hat er beim - nach Titeln - erfolgreichsten Handballer der Welt gelernt. In den letzten beiden Jahren bei SEHB wurde er in Schiltigheim von Andrei Lawrow trainiert. Der inzwischen 60 Jahre alte russische dreifache Olympiasieger, Doppel-Weltmeister und Europameister hat es nach dem Ende seiner aktiven Karriere nach Straßburg verschlagen. Hier arbeitete er bei SEHB als Torwarttrainer auch mit dem Willstätter Keeper: ,,Ich habe viel von seiner Erfahrung und seinem Stellungsspiel profitiert", ist Duchene überzeugt.

Vertrag verlängert

Der TV Willstätt ist erst der dritte Verein des Franzosen. Von vier bis 18 Jahren spielte er in Selestat, dann sieben Jahre zweite und dritte Liga bei SEHB in Schiltigheim und nun seit einem Jahr in Willstätt. Im Dezember vergangenen Jahres hat er seinen ursprünglich auf ein Jahr befristeten Vertrag bis 2024 verlängert. In der kommenden Saison bildet er ein Torhüter-Trio mit Steffen Dold und dem 21-jährigen Vincent Lutz, der bereits vor der Saison vom Drittliga-Aufsteiger SG Köndringen-Teningen verpflichtet wurde. Der als Nummer eins des TV Willstätt in die Saison gestartete Leon Sieck erhielt nach einer langwierigen Verletzung keinen neuen Vertrag und wechselte zum BW-Oberliga-Absteiger TuS Schutterwald.

Maxime Duchene wird nicht nur sportlich sehr geschätzt. ,,Er ist ein Super-Typ und eine Bereicherung. Er gibt der Mannschaft mit seinem frohen Wesen unheimlich viel Energie", beschreibt Ole Andersen die Bedeutung seines elsässichen Torhüters für das Teamgefüge.

Immobilienverkäufer

Für Maxime Duchene hat Handball derzeit zwar Priorität, doch ,,nur Profi, wäre mir zu langweilig", betont der 30-Jährige und arbeitet noch bei einer Agentur in Schiltigheim als Immobilien-Verkäufer. Eine Kollision mit dem Sport gibt es nicht. ,,Ich kann mich organisieren und arbeiten, wie ich will", sagt Maxime Duchene, der ursprünglich in Straßburg ein Studium als Sportlehrer gemacht hat, dann aber auf Sport-Management umgeschwenkt ist.

Derzeit hat Maxime Duchene Handball-Pause. Und damit Zeit, um Kraft und Energie zu tanken. Ende Juni starten die Handballer des TV Willstätt dann wieder ins Training, um sich für den Saisonstart Anfang September in Form zu bringen. Denn in der neuen Saison soll nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt in der 3. Liga gezittert werden. Torwart Maxime Duchene kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

3. Liga Herren Abstiegsrunde Gruppe 7 
Maxime Duchene: ,,Ich lese das Spiel"
Maxime Duchene (r.) ,,spielt mit den Werfern", damit sie dahin werfen, wo der Willstätter Torhüter schon steht. Häufig funktioniert's. Bildquelle Michael Wendling

Der 29 Jahre alte Torwart Maxime Duchene aus dem Elsass hat großen Anteil am Klassenerhalt der Drittliga-Handballer des TV Willstätt. Torwart-Legende Lawrow als Lehrmeister.

Dass die Handballer des TV Willstätt vor 14 Tagen am letzten Spieltag einer schwierigen Saison den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft haben, war auch ein großer Verdienst ihres Torhüters Maxime Duchene. Der Ende Mai 30 Jahre alt gewordene Elsässer, der vor der Runde vom französischen Zweitligisten SEHB (Strasbourg Eurometropole Handball - früher ESSAHB, Eurometropole Strasbourg Schiltigheim Alsace Handball) gekommen war, hat sich schnell zur Nummer eins gemausert und im Saisonschnitt rund 40 Prozent der Bälle auf sein Tor gehalten. ,,Das ist eine Wahnsinns-Quote. Maxime ist einer der besten Torhüter der Liga", lobt Willstätts Trainer Ole Andersen seinen Toreverhinderer, der in Selestat geboren wurde und in Bischheim bei Schiltigheim lebt. Über seinen Freund, Willstätts Rechtsaußen Regis Matzinger, kam er im Vorjahr ins Hanauerland.

"Nur" 1,80 Meter groß

Dabei ist Maxime Duchene für einen Torwart eher unscheinbar, kein Zwei-Meter-Klotz, der den Kasten komplett dichtmacht. Der Elsässer ist nur 1,80 Meter groß und wirkt mit seinen 105 Kilogramm Gewicht eher gedrungen. ,,Ich weiß, dass ich nicht groß bin. Deshalb muss ich das Spiel lesen und mit den Werfern spielen. Ich muss klug sein, spekulieren und antizipieren", erklärt Maxime Duchene sein Erfolgsrezept, das beinhaltet, dass er schon vorher in der richtigen Ecke ist, in die der Ball kommt.
,,Maxime ist ein Torhüter, der sehr viel mitdenkt. Er arbeitet extrem viel mit dem Körper - nicht mit den Armen und Beinen", erklärt Ole Andersen und ergänzt: ,,Außerdem ruht er in sich selbst."

Zudem hat er beim - nach Titeln - erfolgreichsten Handballer der Welt gelernt. In den letzten beiden Jahren bei SEHB wurde er in Schiltigheim von Andrei Lawrow trainiert. Der inzwischen 60 Jahre alte russische dreifache Olympiasieger, Doppel-Weltmeister und Europameister hat es nach dem Ende seiner aktiven Karriere nach Straßburg verschlagen. Hier arbeitete er bei SEHB als Torwarttrainer auch mit dem Willstätter Keeper: ,,Ich habe viel von seiner Erfahrung und seinem Stellungsspiel profitiert", ist Duchene überzeugt.

Vertrag verlängert

Der TV Willstätt ist erst der dritte Verein des Franzosen. Von vier bis 18 Jahren spielte er in Selestat, dann sieben Jahre zweite und dritte Liga bei SEHB in Schiltigheim und nun seit einem Jahr in Willstätt. Im Dezember vergangenen Jahres hat er seinen ursprünglich auf ein Jahr befristeten Vertrag bis 2024 verlängert. In der kommenden Saison bildet er ein Torhüter-Trio mit Steffen Dold und dem 21-jährigen Vincent Lutz, der bereits vor der Saison vom Drittliga-Aufsteiger SG Köndringen-Teningen verpflichtet wurde. Der als Nummer eins des TV Willstätt in die Saison gestartete Leon Sieck erhielt nach einer langwierigen Verletzung keinen neuen Vertrag und wechselte zum BW-Oberliga-Absteiger TuS Schutterwald.

Maxime Duchene wird nicht nur sportlich sehr geschätzt. ,,Er ist ein Super-Typ und eine Bereicherung. Er gibt der Mannschaft mit seinem frohen Wesen unheimlich viel Energie", beschreibt Ole Andersen die Bedeutung seines elsässichen Torhüters für das Teamgefüge.

Immobilienverkäufer

Für Maxime Duchene hat Handball derzeit zwar Priorität, doch ,,nur Profi, wäre mir zu langweilig", betont der 30-Jährige und arbeitet noch bei einer Agentur in Schiltigheim als Immobilien-Verkäufer. Eine Kollision mit dem Sport gibt es nicht. ,,Ich kann mich organisieren und arbeiten, wie ich will", sagt Maxime Duchene, der ursprünglich in Straßburg ein Studium als Sportlehrer gemacht hat, dann aber auf Sport-Management umgeschwenkt ist.

Derzeit hat Maxime Duchene Handball-Pause. Und damit Zeit, um Kraft und Energie zu tanken. Ende Juni starten die Handballer des TV Willstätt dann wieder ins Training, um sich für den Saisonstart Anfang September in Form zu bringen. Denn in der neuen Saison soll nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt in der 3. Liga gezittert werden. Torwart Maxime Duchene kommt dabei eine wichtige Rolle zu.