Vor fast genau einem Jahr wurde Martin Heuberger als Weltmeister-Trainer in seiner Heimatgemeinde Schutterwald begeistert empfangen.  Bildquelle: Christoph Breithaupt
Neues Team, neues Turnier für Martin Heuberger
Handball in der Ortenau

Ein Jahr nach dem WM-Titel startet der Schutterwälder Trainer mit dem Jahrgang 2004/2005 bei der U20-EM in Slowenien.

Fast genau ein Jahr nach dem Weltmeister-Titel der Junioren des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht eine neue Generation am Start. Die besten Spieler der Jahrgänge 2004/2005 kämpfen ab Mittwoch bis 21. Juli in Celje (Slowenien) um den Europameistertitel.

,,Es ist eine andere Mannschaft", warnt Weltmeister-Trainer Martin Heuberger vor allzu hohen Erwartungen und erinnert daran, dass der letztjährige Jahrgang 2002/2003 ,,ein Ausnahmejahrgang war, wie ihn aber auch andere Nationen immer mal wieder haben, aktuell die Spanier". Wie gut die Talente waren, zeige nun, dass mit David Späth und Renars Uscins gleich zwei Akteure den Sprung in den endgültigen Olympia-Kader geschafft haben, Justus Fischer und Nils Lichtlein zudem im erweiterten Aufgebot stehen. Auch das sei das Außergewöhnliche, ,,dass so viele Spieler den Übergang so nahtlos geschafft haben".

Gute Außenpositionen

Die neue Generation sei nicht nur eine komplett andere Mannschaft, was die Spieler betrifft, sondern auch der Spielertypen. ,,Im Rückraum noch nicht ganz so stark, dafür mit sehr guten Außen", findet der Medaillenschmied aus Schutterwald, der mit diversen Nachwuchsmannschaften je drei WM- und EM-Titel sowie je einmal Silber bei WM und EM gewonnen hat. Im Herbst hat er das neue Team, dem er deutliche Entwicklungsschritte attestiert (,,der Weg stimmt"), übernommen. Gleichwohl seien in der EM-Vorbereitung auch schon die Grenzen aufgezeigt worden.

,,Wenn alles passt, können wir eine gute Rolle spielen", ist der vor Kurzem 60 Jahre alt gewordene Coach überzeugt. Man sei aber nicht so vermessen, ,,uns zu den engen Favoriten zu zählen". Topfavorit bei dieser EM ist Spanien, das mit diesem Jahrgang bereits in früheren Jahren Europa- und Weltmeister war. ,,Sie sind schon abgezockt und haben auch richtig Erfahrung", betont Heuberger. Deren Akteure spielen in 1. und 2. Liga in Spanien tragende Rollen, und das ist der Unterschied zur gegenwärtigen deutschen Mannschaft. ,,Unsere Rückraumspieler sind vor allem in der 3. Liga aktiv, und da reicht das Niveau nicht an die Rückraumtalente in Spanien oder auch Dänemark und Schweden", weiß Heuberger. Aber gemeinsam mit den Vereinen arbeite man daran. Es sei erfreulich, dass Akteure wie David Móré (Rhein-Neckar Löwen) oder Tim Gömmel (HC Erlangen) auf Außen in der abgelaufenen Spielzeit in der 1. Liga bereits Einsatzzeiten hatten. ,,Das war auch der Unterschied zum letztjährigen Jahrgang, in dem viele Akteure Spielanteile bei den Füchsen Berlin und Hannover schon auf zentralen Positionen in der 1. Liga oder beim Meister der 2. Liga, dem VfL Potsdam, hatten", verdeutlicht der Bundestrainer.

Nur acht Teams in Hauptrunde

Der EM-Spielmodus in Slowenien hat es in sich. Da das Teilnehmerfeld von 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt worden ist, der Hauptrundenmodus aber gleich geblieben ist, kommen nur die sechs Vorrundensieger sowie die zwei besten Zweitplatzierten in die Hauptrunde. ,,Das wird brutal schwer. In unserer Gruppe mit Serbien, Portugal und Griechenland reicht es für den Zweiten wahrscheinlich nicht", befürchtet der Schutterwälder, wobei das Ziel auch schon genannt ist: Erst mal die Vorrunde überstehen, dann wäre man auch sicher bei der WM 2025.

Das Aufgebot:

Tor: Frederik Höler (Füchse Berlin und VfL Potsdam), Julian Buchele (FA Göppingen); Feld: David Móré (Rhein-Neckar Löwen), Jarnes Faust (TBV Lemgo), Tim Gömmel (HC Erlangen), Marvin Siemer (VfL Potsdam), Torsten Anselm (SG Pforzheim), Fritz-Leon Haake (Dessau-Rosslauer HV), Elias Newel (FA Göppingen), Anton Preussner (Füchse Berlin II), Henri Pabst (THW Kiel und TSV Altenholz), Ben Connar Battermann (TBV Lemgo), Jan-Christian Schmidt (TSV Bayer Dormagen), Magnus Grupe (Rhein-Neckar Löwen), Florian Scheerer (HC Erlangen), Nicholas Schley (Füchse Berlin).

Eurosport überträgt die Spiele am Mittwoch (19 Uhr) gegen Serbien, am Donnerstag (19 Uhr) gegen Griechenland und am Samstag (19 Uhr) gegen Portugal. Co-Kommentator ist Bob Hanning.

 
Neues Team, neues Turnier für Martin Heuberger
Vor fast genau einem Jahr wurde Martin Heuberger als Weltmeister-Trainer in seiner Heimatgemeinde Schutterwald begeistert empfangen.  Bildquelle Christoph Breithaupt

Ein Jahr nach dem WM-Titel startet der Schutterwälder Trainer mit dem Jahrgang 2004/2005 bei der U20-EM in Slowenien.

Fast genau ein Jahr nach dem Weltmeister-Titel der Junioren des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht eine neue Generation am Start. Die besten Spieler der Jahrgänge 2004/2005 kämpfen ab Mittwoch bis 21. Juli in Celje (Slowenien) um den Europameistertitel.

,,Es ist eine andere Mannschaft", warnt Weltmeister-Trainer Martin Heuberger vor allzu hohen Erwartungen und erinnert daran, dass der letztjährige Jahrgang 2002/2003 ,,ein Ausnahmejahrgang war, wie ihn aber auch andere Nationen immer mal wieder haben, aktuell die Spanier". Wie gut die Talente waren, zeige nun, dass mit David Späth und Renars Uscins gleich zwei Akteure den Sprung in den endgültigen Olympia-Kader geschafft haben, Justus Fischer und Nils Lichtlein zudem im erweiterten Aufgebot stehen. Auch das sei das Außergewöhnliche, ,,dass so viele Spieler den Übergang so nahtlos geschafft haben".

Gute Außenpositionen

Die neue Generation sei nicht nur eine komplett andere Mannschaft, was die Spieler betrifft, sondern auch der Spielertypen. ,,Im Rückraum noch nicht ganz so stark, dafür mit sehr guten Außen", findet der Medaillenschmied aus Schutterwald, der mit diversen Nachwuchsmannschaften je drei WM- und EM-Titel sowie je einmal Silber bei WM und EM gewonnen hat. Im Herbst hat er das neue Team, dem er deutliche Entwicklungsschritte attestiert (,,der Weg stimmt"), übernommen. Gleichwohl seien in der EM-Vorbereitung auch schon die Grenzen aufgezeigt worden.

,,Wenn alles passt, können wir eine gute Rolle spielen", ist der vor Kurzem 60 Jahre alt gewordene Coach überzeugt. Man sei aber nicht so vermessen, ,,uns zu den engen Favoriten zu zählen". Topfavorit bei dieser EM ist Spanien, das mit diesem Jahrgang bereits in früheren Jahren Europa- und Weltmeister war. ,,Sie sind schon abgezockt und haben auch richtig Erfahrung", betont Heuberger. Deren Akteure spielen in 1. und 2. Liga in Spanien tragende Rollen, und das ist der Unterschied zur gegenwärtigen deutschen Mannschaft. ,,Unsere Rückraumspieler sind vor allem in der 3. Liga aktiv, und da reicht das Niveau nicht an die Rückraumtalente in Spanien oder auch Dänemark und Schweden", weiß Heuberger. Aber gemeinsam mit den Vereinen arbeite man daran. Es sei erfreulich, dass Akteure wie David Móré (Rhein-Neckar Löwen) oder Tim Gömmel (HC Erlangen) auf Außen in der abgelaufenen Spielzeit in der 1. Liga bereits Einsatzzeiten hatten. ,,Das war auch der Unterschied zum letztjährigen Jahrgang, in dem viele Akteure Spielanteile bei den Füchsen Berlin und Hannover schon auf zentralen Positionen in der 1. Liga oder beim Meister der 2. Liga, dem VfL Potsdam, hatten", verdeutlicht der Bundestrainer.

Nur acht Teams in Hauptrunde

Der EM-Spielmodus in Slowenien hat es in sich. Da das Teilnehmerfeld von 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt worden ist, der Hauptrundenmodus aber gleich geblieben ist, kommen nur die sechs Vorrundensieger sowie die zwei besten Zweitplatzierten in die Hauptrunde. ,,Das wird brutal schwer. In unserer Gruppe mit Serbien, Portugal und Griechenland reicht es für den Zweiten wahrscheinlich nicht", befürchtet der Schutterwälder, wobei das Ziel auch schon genannt ist: Erst mal die Vorrunde überstehen, dann wäre man auch sicher bei der WM 2025.

Das Aufgebot:

Tor: Frederik Höler (Füchse Berlin und VfL Potsdam), Julian Buchele (FA Göppingen); Feld: David Móré (Rhein-Neckar Löwen), Jarnes Faust (TBV Lemgo), Tim Gömmel (HC Erlangen), Marvin Siemer (VfL Potsdam), Torsten Anselm (SG Pforzheim), Fritz-Leon Haake (Dessau-Rosslauer HV), Elias Newel (FA Göppingen), Anton Preussner (Füchse Berlin II), Henri Pabst (THW Kiel und TSV Altenholz), Ben Connar Battermann (TBV Lemgo), Jan-Christian Schmidt (TSV Bayer Dormagen), Magnus Grupe (Rhein-Neckar Löwen), Florian Scheerer (HC Erlangen), Nicholas Schley (Füchse Berlin).

Eurosport überträgt die Spiele am Mittwoch (19 Uhr) gegen Serbien, am Donnerstag (19 Uhr) gegen Griechenland und am Samstag (19 Uhr) gegen Portugal. Co-Kommentator ist Bob Hanning.